Nutzungsordnung für digitale Endgeräte

Aktuell arbeitet die Schule an der Finalisierung des ersten Entwurfs einer schulweiten Nutzungsordnung für digitale Endgeräte. Wir gehen davon aus, dass diese Ende Februar beschlussfähig sein wird. Zur Beratung und Konsolidierung des Entwurfs trifft sich die Schulkonferenz, bestehend aus 6 Schüler*innen, 6 Erziehungsberechtigten, 6 Lehrkräften sowie einem Vertreter des Schulträgers, voraussichtlich Anfang März 2026.

Digitaler Leitfaden

Sicher und verantwortungsvoll im Netz

Digitale Medien prägen den Alltag von Kindern und Jugendlichen heute wie kaum ein anderer Lebensbereich. Informationen über gesellschaftliche und politische Ereignisse beziehen viele junge Menschen in erster Linie über soziale Netzwerke wie TikTok, Instagram oder YouTube. Diese Plattformen dienen zwar vor allem der Unterhaltung, dem Austausch mit Freund*innen und dem Zeitvertreib – zugleich haben sie sich jedoch zu zentralen Nachrichten- und Meinungsräumen entwickelt. Studien zeigen, dass Social Media für nahezu alle Jugendlichen eine hohe Bedeutung hat, unabhängig von Herkunft, Bildungsweg oder persönlicher Lebenswelt. Insbesondere TikTok spielt inzwischen eine führende Rolle als Informationsquelle.

Für viele Jugendliche ist ein Alltag ohne Social Media kaum noch vorstellbar. Gleichzeitig erleben nicht wenige, dass sie mehr Zeit online verbringen, als ihnen selbst guttut. Neben vielen Chancen entstehen dadurch auch Risiken: Cybermobbing, problematische Inhalte, Manipulation durch Algorithmen, Datenschutzfragen oder der Kontakt zu fremden Personen können junge Menschen belasten oder gefährden.

Mit unserem Digitalleitfaden möchten wir Eltern, Erziehungsberechtigten sowie Schüler*innen eine verlässliche Orientierung bieten. Die Seite bündelt verständliche Informationen, konkrete Handlungsempfehlungen, ein Glossar zentraler Begriffe und geprüfte weiterführende Anlaufstellen. Ziel ist es, Medienkompetenz zu stärken, Gespräche in den Familien zu unterstützen und einen bewussten, sicheren Umgang mit digitalen Medien zu fördern.

 

Warum digitale Medien so faszinieren

Digitale Medien bieten Kindern und Jugendlichen Unterhaltung, soziale Anerkennung und Gemeinschaft. Likes, Kommentare, Erfolge in Spielen und digitale Freundschaften lösen positive Gefühle aus und können stark motivieren. Gleichzeitig entsteht leicht der Druck, ständig erreichbar und online sein zu müssen („Fear of Missing Out“). Gerade in der Pubertät erfüllen digitale Angebote wichtige Bedürfnisse nach Selbstständigkeit, Zugehörigkeit und Bestätigung.

 

Welche Risiken bestehen können

Neben der reinen Nutzungsdauer nehmen auch problematische Begleiterscheinungen zu:

  • Cybermobbing und verletzende Kommunikation
  • Cybergrooming und sexuelle Übergriffe im Netz
  • Datenschutzrisiken und ungewollte Weitergabe persönlicher Informationen
  • Unzufriedenheit mit dem eigenen Körper durch soziale Medien
  • Schlaf-, Konzentrations- und Leistungsprobleme
  • Rückzug aus realen sozialen Kontakten

Digitale Plattformen nutzen gezielt Belohnungsmechanismen, die längere Nutzungszeiten fördern können.

 

Wann wird Mediennutzung problematisch?

Nicht jede intensive Mediennutzung ist automatisch eine Abhängigkeit. Übergänge sind fließend. Entscheidend ist nicht allein die Bildschirmzeit, sondern ob andere Lebensbereiche beeinträchtigt werden (Schule, Gesundheit, Familie, Freundschaften). Eine Abhängigkeit entwickelt sich meist schrittweise.

 

Warnsignale – worauf Eltern achten sollten

Mögliche Hinweise können sein:

  • gedankliche Dauerbeschäftigung mit digitalen Medien,
  • Rückzug von Freund*innen und Familie,
  • Reizbarkeit oder Nervosität bei Einschränkungen,
  • Schlafmangel, Müdigkeit, Leistungsabfall,
  • Vernachlässigung von Hobbys und Mahlzeiten,
  • Nutzung zur Flucht vor Problemen oder Stress.

Treten mehrere dieser Anzeichen über längere Zeit auf, sollte das Gespräch gesucht und ggf. professionelle Hilfe einbezogen werden.

 

Prävention im Alltag

Was Sie als Eltern oder Erziehungsberechtigte tun können:

  • klare, gemeinsam vereinbarte Regeln zur Mediennutzung festlegen,
  • Altersfreigaben beachten,
  • regelmäßige Gespräche über Inhalte und Erlebnisse führen,
  • Vorbildfunktion der Erwachsenen ernst nehmen,
  • digitale Auszeiten bewusst einplanen,
  • attraktive Alternativen schaffen (Sport, gemeinsame Aktivitäten),
  • Geräte möglichst im Besitz der Eltern belassen.

 

Zeiten und Regeln

Empfohlene Orientierungswerte für Freizeitnutzung:

  • 0–3 Jahre: möglichst keine Bildschirmzeit
  • 3–6 Jahre: maximal 30 Minuten, nur begleitet
  • 6–9 Jahre: maximal 45 Minuten
  • 9–12 Jahre: maximal 60 Minuten
  • 12–16 Jahre: maximal 90 Minuten

Die schulische Nutzung digitaler Endgeräte sollte davon getrennt betrachtet werden. Geräte wie Smartphone, Tablet, Spielekonsole und Co. sollten nachts nicht im Kinderzimmer verbleiben.

 

Technische Unterstützung

Kinderschutzfunktionen können helfen, Vereinbarungen durchzusetzen, sie ersetzen jedoch nicht die pädagogische Begleitung. Geeignete Werkzeuge für die Steuerung eines Smartphones oder Tablets sind:

  • Apple: Bildschirmzeit,
  • Android: Google Family Link.

Ergänzende Informationen finden Sie unter: medien-kindersicher.de, klicksafe.de

 

Wenn Probleme bereits bestehen

  • Gespräch auf Augenhöhe suchen
  • Ursachen verstehen (Belastungen, Bedürfnisse, Konflikte)
  • Alltag aktiv neu strukturieren
  • Freizeitangebote und soziale Kontakte stärken
  • Geduld und Verlässlichkeit zeigen

Gefahren im Internet für Kinder und Jugendliche

Untersuchungen zeigen, dass junge Menschen bereits im Kindesalter von Cybergrooming, Cybermobbing oder sonstiger digitaler Gewalt betroffen sind.

Link zur JIM-Studie aus dem Kalenderjahr 2025: https://mpfs.de/app/uploads/2025/11/JIM_2025_PDF_barrierearm.pdf

Hass im Internet – erkennen, einordnen, handeln

Soziale Medien können leider auch Plattformen für Hass, Abwertung und digitale Gewalt sein. Beleidigende Kommentare, Hetze oder bewusst falsche Informationen können Ängste verstärken, Vorurteile fördern und Jugendliche emotional stark belasten. Besonders problematisch ist, dass solche Inhalte oft öffentlich sichtbar sind und sich schnell verbreiten.

Wichtig ist, Kinder und Jugendliche zu befähigen:

  • Hasskommentare als solche zu erkennen,
  • nicht impulsiv zu reagieren oder weiterzuverbreiten,
  • Beweise zu sichern (Screenshots),
  • problematische Inhalte zu melden,
  • sich frühzeitig Unterstützung zu holen.

Programme wie „Helden statt Trolle“ setzen gezielt darauf, junge Menschen im Umgang mit Hass im Netz aufzuklären, handlungssicher zu machen und Zivilcourage zu fördern. Thematisiert werden u. a. Hate Speech, Fake News, angemessene Reaktionen auf Hasskommentare sowie Unterstützungsangebote.

Smartphones & Tablets: Chancen und gute Begleitung

Smartphones und Tablets eröffnen Kindern und Jugendlichen viele Möglichkeiten: Kommunikation über Messenger, Videos, Musik, Spiele und Zugang zu Wissen und Kontakten. Gleichzeitig bergen diese mobilen Geräte Risiken, die junge Menschen erst durchschauen und verantwortungsvoll handhaben lernen müssen.

Wichtig ist, dass Kinder mit solchen digitalen Geräte nicht allein „einfach lostippen“ dürfen, sondern deren Nutzung gemeinsam mit Eltern erlernen. So verstehen sie Anwendungsregeln, Risiken und insbesondere den Umgang mit persönlichen Daten und Sicherheitseinstellungen.

 

Sicherheitsaspekte, die Sie kennen sollten

Damit Kinder Smartphones und Tablets sicher nutzen, sind folgende Aspekte zentral:

  • Ungeeignete Inhalte wie Gewalt oder Pornografie sollte man thematisieren und, wo möglich, technisch filtern.
  • Hohe Kosten durch In-App-Käufe können durch Sperrung oder Budget-Grenzen vermieden werden.
  • Ungewollte Kontakte und grobe Sprache in Chats sollten im Dialog adressiert werden, Ihr Kind damit nicht einfach allein gelassen werden.

Eltern können gemeinsam mit ihrem Kind wichtige Einstellungen vornehmen, z.B. Jugendschutz- und Altersgrenzen im App-Store, Push-Benachrichtigungen, Privatsphäre-Einstellungen und In-App-Käufe.

 

Gemeinsame Regeln und Routinen schaffen

Ein zentrales Thema der SCHAU HIN!-Empfehlungen ist die gemeinsame Medienverantwortung von Eltern und Kindern:

  • Gemeinsam einrichten: Starten Sie nicht allein mit der Installation von Apps. Besprechen Sie Funktionen, Risiken und Erwartungen gemeinsam.
  • Regeln für Nutzung und Zeiten: Vereinbaren Sie klare Regeln zu Nutzungszeiten und -orten (z.B. keine Nutzung beim Essen, in der Nacht oder während der Hausaufgaben).
  • Interesse zeigen: Halten Sie den Austausch über aktuelle Apps und Trends offen, um Ansprechpartner*in zu bleiben, wenn Probleme auftreten.

Dies schafft Vertrauen, Transparenz und Verantwortungsbewusstsein.

 

Altersgerechte Orientierung zur Nutzung

SCHAU HIN! gibt praktische Empfehlungen, wann ein Kind reif für ein eigenes Smartphone sein könnte. Eltern sollten das individuelle Reifestadium ihres Kindes berücksichtigen und nicht ausschließlich nach dem Alter gehen.

Allgemeine Hinweise:

  • Jüngere Kinder lernen am besten an den Geräten der Eltern mit Begleitung.
  • Bei der Entscheidung für ein eigenes Gerät hilft eine gemeinsame Checkliste, die Aspekte wie Verantwortung, Umgang mit Daten und Regeln zur Nutzung einschließt.
  • Eine Empfehlung ist, erst dann ein eigenes Smartphone zu geben, wenn grundlegende Regeln eingehalten werden können und das Kind ausreichend Erfahrung im Umgang mit digitalen Medien hat.

 

Praxis-Tipps aus SCHAU HIN!

Für den Alltag kann man konkrete Routinen und Absprachen einführen:

  • gemeinsame Bildschirmzeiten vereinbaren, z.B. tägliche Zeitfenster und Wochenkontingente,
  • verantwortungsvoller Umgang wird eingeübt, indem Kinder lernen, ihre Zeit bewusst einzuteilen,
  • technische Schutzmaßnahmen wie eingeschränkte Installationen, separate Nutzerkonten oder Passwortschutz setzen, die ergänzend helfen,
  • Apps und Dienste gemeinsam prüfen, bevor sie installiert oder genutzt werden.

 

Hinweis zur Elternbegleitung

SCHAU HIN! bietet darüber hinaus für Eltern Online-Medienkurse, in denen in kurzer Zeit Basis-Wissen zur sicheren und altersgerechten Nutzung vermittelt wird. Diese Kurse sind kostenfrei und praxisorientiert und empfehlen sich sowohl für technisch weniger versierte Eltern und Erziehungsberechtigte als auch für erfahrene Digital-Nomaden.

Weiterführende Informationen und Hilfeangebote

Orientierung und Medienkompetenz

JUUUPORT – Online-Beratung für junge Menschen bei Problemen im Netz (z.B. Cybermobbing, Social-Media-Stress, Datenmissbrauch)
Link: www.juuuport.de

SCHAU HIN! – Medienratgeber für Familien mit praxisnahen Tipps zu Smartphone, Apps, Bildschirmzeiten und Sicherheit
Link: www.schau-hin.de

Internet-ABC – Altersgerechte Informationen für Kinder, Eltern und Lehrkräfte rund um sicheres Surfen und Mediennutzung
Link: www.internet-abc.de

klicksafe – EU-Initiative für mehr Sicherheit im Internet mit umfangreichen Materialien und Elternratgebern
Link: www.klicksafe.de

fragZEBRA – Anonyme Beratung durch Medienexpert*innen bei individuellen Fragen
Link: www.fragzebra.de

 

Technischer Schutz und Einstellungen

Medien-Kindersicher – Schritt-für-Schritt-Anleitungen zur sicheren Einrichtung von Geräten, Apps und Routern
Link: www.medien-kindersicher.de

Melden von problematischen Inhalten
Internet-Beschwerdestelle – Meldestelle für illegale oder jugendgefährdende Inhalte
Link: www.internet-beschwerdestelle.de

jugendschutz.net – Verstoß melden – Meldung von Hass, Extremismus, sexualisierten Inhalten oder Gefährdungen
Link: www.jugendschutz.net/verstoss-melden

 

Schutz vor sexueller Belästigung im Netz

Internet-ABC – Elterninformation
Link: www.internet-abc.de/eltern/sexuelle-belaestigung-im-internet

klicksafe – Materialien zum Schutz vor sexueller Belästigung
Link: www.klicksafe.de/materialien/schutz-vor-sexueller-belaestigung-im-internet

 

Medienbewertung und Spiele

FLIMMO – Orientierungshilfe für altersgerechte Filme, Serien, YouTube- und Streaming-Angebote
Link: www.flimmo.de

Spieleratgeber NRW – pädagogische Einschätzungen zu digitalen Spielen (Inhalte, Risiken, Altersangaben)
Link: www.spieleratgeber-nrw.de

 

Dokumentationen und Kurzfilme (zur Vertiefung)

„Angriff auf unsere Kinder – Der Feind im Chat“ (RTL+)
thematisiert reale Gefahren durch Cybergrooming und Täterstrategien

„Roblox – Kinderspiel für Cybergroomer?“ (ZDF-Dokumentation)
kritische Analyse von Risiken in Online-Spielewelten und Chatfunktionen

Diese Filme eignen sich besonders für Elternabende, Fortbildungen oder zur individuellen Sensibilisierung.

Fünf Leitlinien für einen verantwortungsvollen Umgang

  1. Gemeinsam starten
    Richten Sie das Smartphone oder Tablet gemeinsam mit Ihrem Kind ein. Besprechen Sie Apps, Funktionen, Kostenfallen und Privatsphäre-Einstellungen.
  2. Klare Regeln vereinbaren
    Legen Sie feste Nutzungszeiten, Nutzungsorte und Pausen fest (z.B. keine Nutzung beim Essen oder nachts). Schulische und private Nutzung sollten getrennt betrachtet werden.
  3. Sicherheit aktiv einstellen
    Nutzen Sie Jugendschutzfunktionen, App-Sperren, Kaufbeschränkungen und Datenschutzoptionen. Technische Maßnahmen ergänzen, sie ersetzen jedoch nicht das persönliche Gespräch.
  4. Interesse zeigen und im Gespräch bleiben
    Sprechen Sie regelmäßig über genutzte Apps, Inhalte und Erlebnisse. Offene Kommunikation schafft Vertrauen und senkt Risiken.
  5. Vorbild sein und Ausgleich schaffen
    Ein bewusster eigener Medienumgang wirkt stärker als Regeln. Fördern Sie Bewegung, Begegnungen und analoge Freizeitangebote durch Ihr Vorbild.

“Je weniger Bildschirmzeit, desto besser!”

Algorithmus

Ein Algorithmus ist ein technisches System, das entscheidet, welche Inhalte Nutzer*innen auf Plattformen wie TikTok, Instagram, YouTube oder Streamingdiensten angezeigt bekommen. Die Auswahl orientiert sich unter anderem an bisherigen Klicks, Likes, Verweildauer und Suchverhalten. Ziel ist es, Aufmerksamkeit möglichst lange zu binden. Dadurch können bestimmte Inhalte verstärkt oder einseitig dargestellt werden, was Meinungen beeinflusst, Trends verstärkt und Risiken wie Suchtverhalten oder Desinformation begünstigen kann. Ein bewusster Umgang mit algorithmisch gesteuerten Inhalten ist Teil moderner Medienkompetenz.

Cybergrooming

Cybergrooming beschreibt die gezielte Kontaktaufnahme von Erwachsenen mit Kindern oder Jugendlichen im Internet, um Vertrauen aufzubauen und diese später sexuell zu missbrauchen oder zu manipulieren. Täter geben sich häufig als Gleichaltrige aus, zeigen zunächst Verständnis und Aufmerksamkeit und verlagern die Kommunikation schrittweise in private Kanäle. Eltern sollten ihre Kinder für diese Gefahr sensibilisieren und eine offene Gesprächskultur pflegen.

Cybermobbing

Cybermobbing bezeichnet das wiederholte Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Ausgrenzen einer Person über digitale Medien wie Messenger, soziale Netzwerke, Spieleplattformen oder Foren. Inhalte können Texte, Bilder, Videos oder Sprachnachrichten sein. Besonders belastend ist, dass die Angriffe häufig öffentlich, rund um die Uhr und für viele Menschen sichtbar stattfinden können. Betroffene erleben nicht selten starken emotionalen Stress, Rückzug und Leistungsabfall.

Digitale Gewalt

Digitale Gewalt umfasst alle Formen von verletzendem, bedrohendem oder ausgrenzendem Verhalten im digitalen Raum. Dazu gehören unter anderem Hasskommentare, Beleidigungen, Bedrohungen, gezielte Desinformation, Bloßstellungen oder das Verbreiten manipulierter Inhalte. Digitale Gewalt kann ebenso belastend sein wie Gewalt im realen Leben und erfordert klare Haltung, Unterstützung und konsequentes Handeln.

Doxxing

Doxxing bedeutet das gezielte Sammeln und Veröffentlichen privater oder sensibler Informationen über eine Person, beispielsweise Adresse, Telefonnummer, Schule, Arbeitsplatz oder Fotos. Ziel ist es, Betroffene einzuschüchtern, zu bedrohen, bloßzustellen oder ihnen im realen Leben zu schaden. Die Informationen werden häufig aus sozialen Netzwerken oder öffentlich zugänglichen Quellen zusammengetragen. Doxxing kann ernsthafte Sicherheitsrisiken verursachen und stellt eine gravierende Verletzung der Privatsphäre dar.

Fake News

Falschinformationen, die gezielt verbreitet werden, um zu täuschen, zu manipulieren oder Aufmerksamkeit zu erzeugen. Fake News können politische Meinungen beeinflussen, Ängste schüren oder Menschen schaden. Kinder und Jugendliche sollten lernen, Quellen zu prüfen und Inhalte kritisch zu hinterfragen.

Flaming

Flaming bezeichnet aggressives, provokantes oder beleidigendes Verhalten in Online-Kommentaren, Chats oder Foren. Ziel ist es häufig, andere gezielt zu provozieren, zu verletzen oder Diskussionen eskalieren zu lassen. Dabei werden Beleidigungen, abwertende Sprache oder persönliche Angriffe eingesetzt. Flaming kann sich schnell ausweiten und in systematisches Cybermobbing oder digitale Gewalt übergehen. Besonders für Kinder und Jugendliche ist es oft schwer, sich emotional davon abzugrenzen oder angemessen zu reagieren.

FOMO (Fear of Missing Out)

FOMO beschreibt die Angst, etwas Wichtiges zu verpassen, wenn man nicht ständig online ist oder Inhalte nicht unmittelbar verfolgt. Diese Sorge kann dazu führen, dass Kinder und Jugendliche ihr Smartphone permanent kontrollieren, Benachrichtigungen nicht ausschalten und kaum digitale Pausen zulassen. FOMO begünstigt Stress, Schlafmangel, Konzentrationsprobleme und eine übermäßige Mediennutzung. Soziale Netzwerke und Messenger verstärken diesen Effekt durch permanente Aktualisierungen, Likes und Statusmeldungen.

Happy Slapping

Happy Slapping bezeichnet das Filmen von körperlichen Übergriffen, Demütigungen oder Mobbinghandlungen und die anschließende Verbreitung dieser Aufnahmen über soziale Netzwerke oder Messenger. Die Täter erhoffen sich Aufmerksamkeit, Anerkennung oder Unterhaltung durch die Veröffentlichung. Für Betroffene bedeutet dies eine doppelte Belastung: Neben der eigentlichen Tat erleben sie eine öffentliche Bloßstellung und dauerhafte digitale Verfügbarkeit der Inhalte. Happy Slapping ist strafbar und stellt eine schwere Form digitaler Gewalt dar.

Hate Speech

Hate Speech bezeichnet abwertende, beleidigende, diskriminierende oder hetzerische Aussagen im Internet, die sich gegen einzelne Personen oder Gruppen richten. Häufige Ziele sind Menschen aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Orientierung oder politischen Haltung. Solche Inhalte können Ängste schüren, Gewalt fördern und das gesellschaftliche Miteinander erheblich belasten. Besonders in sozialen Netzwerken verbreiten sich Hasskommentare oft schnell und unkontrolliert.

Impersonation (Identitätsmissbrauch)

Impersonation beschreibt das Vortäuschen oder Missbrauchen der Identität einer anderen Person im Internet, etwa durch gefälschte Profile, gehackte Konten oder manipulierte Fotos. Täter geben sich gezielt als jemand anderes aus, um Vertrauen zu erschleichen, Personen zu täuschen, zu beleidigen oder deren Ruf zu schädigen. Betroffene können erhebliche soziale und rechtliche Probleme erleben, da falsche Inhalte scheinbar unter ihrem Namen veröffentlicht werden. Identitätsmissbrauch ist strafbar und sollte konsequent gemeldet werden.

Sexting

Sexting bedeutet das Versenden oder Empfangen von freizügigen oder intimen Bildern, Videos oder Nachrichten über Smartphone und Internet. Besonders bei Jugendlichen geschieht dies oft aus Neugier, Verliebtheit oder Gruppendruck. Problematisch wird Sexting, wenn Inhalte ohne Zustimmung weitergeleitet werden oder dauerhaft im Netz verbleiben. Dies kann zu Bloßstellung, Erpressung und erheblichen seelischen Belastungen führen.

Sextortion

Sextortion bezeichnet eine Form der digitalen Erpressung, bei der Täter intime Bilder, Videos oder private Informationen nutzen oder androhen zu veröffentlichen, um Druck auf eine Person auszuüben. Betroffene werden häufig zu weiteren Bildzusendungen, Geldzahlungen oder bestimmten Handlungen gezwungen. Die Inhalte stammen oftmals aus zuvor freiwillig versendeten Nachrichten (Sexting) oder wurden durch Täuschung erlangt. Sextortion kann erhebliche psychische Belastungen verursachen und sollte niemals verschwiegen werden. Betroffene sollten Beweise sichern, keine weiteren Forderungen erfüllen und umgehend Unterstützung bei Vertrauenspersonen oder Beratungsstellen suchen.