Leitfaden

Intervention bei Kindeswohlgefährdung

Bei einer Kindeswohlgefährdung geht es um eine erhebliche seelische oder körperliche Gefährdung eines Kindes oder Jugendlichen durch die Sorgeberechtigten oder Dritte.

„Eine Kindeswohlgefährdung im Sinne des § 1666 Abs. 1 BGB liegt vor, wenn eine gegenwärtige, in einem solchen Maß vorhandene Gefahr festgestellt wird, dass bei der weiteren Entwicklung der Dinge eine erhebliche Schädigung des geistigen oder leiblichen Wohls des Kindes mit hinreichender Wahrscheinlichkeit zu erwarten ist. […] Die Annahme einer hinreichenden Wahrscheinlichkeit muss auf konkreten Verdachtsmomenten beruhen.“
 

Einige Beispiele
  • Kindesvernachlässigung (Unterlassene Fürsorge / Unterlassene Aufsicht)
  • körperliche Kindesmisshandlung
  • seelische/psychische Misshandlung
  • sexueller Missbrauch/sexualisierte Gewalt
  • Autonomiekonflikte junger Menschen

 

Schritt 1: Klärung und Sicherung
  • Austausch im Krisenteam unter Einbeziehung der Schulleitung
  • Sammeln und Abwägen konkreter Anhaltspunkte, die auf eine mögliche Kindeswohlgefährdung hindeuten
  • Einschätzung des Grades der Gefährdung für das Opfer
  • Absimmen über und Erstellung eines funktionierenden Schutz- und Hilfekonzepts

 

Schritt 2: Arbeit mit Opfer und Erziehungsberechtigten
  • Information über die getroffene Gefährdungseinschätzung
  • Sensibilisierung für eine Inanspruchnahme von Hilfen (Angebote der Jugendhilfe bzw. des Jugendamts, SchulpsychologIn)
  • Erstellung eines verbindlichen Beratungsplan mit entsprechenden Zeitplänen und Zielkriterien
  • erhobene Daten des Kindes bzw. Jugendlichen werden bei Bedarf der Einbeziehung weiterer Beratungsstellen zuvor pseudonymisiert
  • Meldung an das Jugendamt und Absprache über weitere Verfahrensweise bei akuter Gefährdung des Kindeswohls
  • Dokumentation aller Verfahrensschritte in Bezug auf die Hilfeleistung bei festgestellter Kindeswohlgefährdung
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