Trainingsraum

Die Förderung der Sozialkompetenz unserer SchülerInnen ist uns ein wichtiges Anliegen. Diese beeinflusst nicht nur den Lernerfolg aller Lerngruppen, sondern zudem das tägliche Miteinander in Lern- und Arbeitssituationen als auch in Pausen und bei sonstigen Schulveranstaltungen. Das Kollegium des regionalen Schulteils beschloss zwei zentrale Regeln, welche die Gesamtheit der Schülerschaft über den Unterrichtstag begleiten sollen. Um ein gemeinsames Lernen in lernförderlicher Atmosphäre zu ermöglichen, gilt es, unerfreuliche Störungen des Unterrichtsablaufs wirkungsvoll zu unterbinden.

Aus diesem Grund führt die Regionale Schule mit Grundschule im Wahrsower Regionalschulteil ein Trainingsraumprojekt ein. Dieses basiert auf den beiden folgenden Regeln:

  1. Ich gehe mit jedem respektvoll und wertschätzend um.
  2. Ich trage zu einem guten Lernklima bei.

Langfristig verfolgt die am 09. September 2019 offiziell startende Maßnahme das Ziel, Unterrichtsstörungen bereits frühzeitig zu ahnden. Hierdurch soll lernbereiten SchülerInnen eine entspannte und ungestörte Lernatmosphäre bereitet werden. SchülerInnen hingegen, die den Trainingsraum besuchen, erhalten die Möglichkeit zur Reflexion, um dadurch ihre sozialen Kompetenzen zu entwickeln. Das Kollegium versteht das Projekt bewusst als „Trainingsprogramm“. Dessen Zweck ist es, das Auftreten und Verhalten im sozialen Miteinander bei Kindern und Jugendlichen zu verbessern. In den Ankommtagen wurde die Maßnahme bereits mit allen Lerngruppen unserer Schule besprochen, die Vorteile kenntlich gemacht, die Folgen unterrichtstörenden Verhaltens aufgezeigt.

Damit auch Sie als Erziehungsberechtigte diese nachvollziehen können, möchten wir Ihnen das Projekt hiermit kurz erläutern:

3 Fragen

Bei einer gravierenden Störung im Unterricht werden der Schülerin bzw. dem Schüler die folgenden drei Fragen gestellt:

  • „Was tust du gerade?“
  • „Wie lautet unsere Regel?“
  • „Wofür entscheidest du dich?“

Der bzw. die Lernende hat nun die Wahlmöglichkeit, sich entweder für das Lernen innerhalb der Klassengruppe unter Berücksichtigung und Einhaltung der beiden zentralen Regeln zu entscheiden oder aber den Weg in den Trainingsraum zu wählen. Dort wäre der Schüler bzw. die SchülerIn dazu angehalten, das eigene Verhalten zu reflektieren. Entscheidet sich der bzw. die Lernende für die weitere Teilnahme am Unterricht, wird er oder sie mit dem Hinweis „Bei der nächsten Störung gehst du in den Trainingsraum!“ zur Mitarbeit und Regelbeachtung aufgefordert.

Konsequenz bei anhaltendem Stören

Stört er oder sie ein weiteres Mal in massiver Weise das Unterrichtsgeschehen und hindert somit MitschülerInnen am Lernen und Lehrkräfte am Unterrichten, tritt folgendes in Kraft. Der oder die Betroffene wird in den Trainingsraum geschickt. Dort wird zusammen mit einer Lehrkraft das auf einem Laufzettel vermerkte Fehlverhalten besprochen. Erst nach erfolgreicher Erstellung eines Rückkehrplans darf der bzw. die SchülerIn in den Unterricht zurück. Auf dem Plan wird eine Person angegeben, bei der sich die Schülerin bzw. der Schüler nach versäumtem Unterrichtsstoff und Hausaufgaben informiert. Gelingt dem bzw. der SchülerIn das Erstellen des Rückkehrplans nicht oder verweigert er oder sie die Mitwirkung am Reflexionsgespräch, erfolgt eine Suspendierung für den restlichen Unterrichtstag inkl. Abholung durch eine erziehungsberechtigte Person.

Interventionsmöglichkeiten

Vorteilhaft am beschriebenen System ist die Möglichkeit des Schülers bzw. der Schülerin, sein bzw. ihr Verhalten selbst zu steuern, dem Unterricht störungsfrei zu folgenund  etwaiges Störverhalten abzustellen. Die Lehrkraft bietet über das Stellen der 3 Fragen dem oder der Lernenden die Gelegenheit, selbst zu entscheiden, ob er oder sie am Unterricht wohlwollend teilnehmen möchte oder nicht. Erst bei der zweiten massiven Störung entscheidet sich der Schüler bzw. die SchülerIn bewusst für das Verlassen der Lerngruppe, um im Trainingsraum gezielt am Reflektieren des eigenen Fehlverhaltens zu arbeiten. Ziel ist es, die Klasse bzw. Lerngruppe vor anhaltenden Störungen effektiv zu schützen, dem bzw. der Betroffenen in einem hierfür eingerichteten Bereich Zeit für ein Hinterfragen des eigenen Verhalten einzuräumen. Das eigenverantwortliche Überprüfen der Verhaltensmuster soll den oder die Lernende dazu anhalten, durch Entwickeln eines Rückkehrplans Vorschläge für eine Verbesserung zu unterbreiten. Indem der oder die Lernende dazu angeregt wird, sich selbst um versäumten Unterrichtstoff zu kümmern, wird die Eigenverantwortlichkeit in Bezug auf das Verhalten gestärkt.

Maßnahmen bei wiederholtem Trainingsraumbesuch

Die Lehrkräfte werden bei der Durchführung des Trainingsraum-Projektes durch die Schulleitung sowie die hiesige Schulsozialarbeiterin unterstützt. Sollte die Chance zur Reflexion nicht ausreichen und der bzw. die SchülerIn im Zeitraum eines Halbjahres drei Male den Trainingsraum besuchen müssen, ist ein Gespräch mit allen Erziehungsberechtigten anzusetzen, welches über eine Suspendierung bei erneutem Verstoß gegen die beiden Regeln aufklärt. Beim vierten Aufenthalt im Trainingsraum wird der oder die Lernende sofort vom weiteren Unterricht ausgeschlossen und für den Unterrichts- als auch den Folgetag suspendiert. Für eine Rückkehr in den regulären Unterricht ist zudem ein Eltern-Klassenleitergespräch inkl. Beteiligung der Schulleitung erforderlich. Hier werden dann weitere Maßnahmen besprochen, die ein Lernen an unserer Schule ermöglichen. Nach Wiedereingliederung in den Unterrichtsalltag beginnt die Zählung bei 0 und ermöglicht dem bzw. der SchülerIn, durch angemessenes, regelkonformes Verhalten eine Beschulung.

Konsequenz im Umgang mit störendem Verhalten ist essentiell, um unseren SchülerInnen klare Strukturen inklusive jener Sicherheit zu geben, die zum erfolgreichen Lernen in Gruppen erforderlich ist. Jeder bzw. jede einzelne SchülerIn besitzt an jedem Unterrichtstag die Möglichkeit, das eigene Benehmen selbst zu überdenken und somit in entscheidendem Maße über den Besuch des Trainingsraumes mitzubestimmen.

Damit sie als Eltern Ihres Kindes informiert sind, erhalten Sie bei jedem Trainingsraumbesuch das Formblatt „Elterninformation“.

Wir bitten Sie, uns in diesem Vorhaben zu unterstützen und mit uns zusammenzuarbeiten, denn verständliche und nachvollziehbare Regeln stärken das Miteinander und fördern das Schulklima.

Mit freundlichen Grüßen H. Klöpfel

Schulsozialarbeit

Im täglichen schulischen Miteinander mag es in erster Linie um die Vermittlung für spätere Bausteine des Lebens wichtiger Wissensinhalte gehen. Von gleichermaßen hoher Relevanz sind dennoch Kompetenzen, die es erlauben, einen Konflikt zu lösen, Streit gewaltfrei zu schlichten sowie respektvoll miteinander umzugehen. Moderne Bildungsarbeit verfolgt die Stärkung sozialer Kompetenzen aller SchülerInnen. Bei Problemen, Sorgen und Beratungsbedarf ist unsere Schulsozialarbeiterin Fr. Pagel erreichbar unter:

Schulleiter-Sprechstunde

Um eine effektive Kommunikation zwischen Elternhaus und Schule zu ermöglichen, biete ich einmal wöchentlich am Freitag während der Unterrichtszeit eine Sprechstunde an:

  • freitags in der Unterrichtszeit von 14 bis 16 Uhr

Offen ist die Sprechstunde für Eltern aus Grund- und Regionalschule als auch für SchülerInnen. Bitte melden Sie sich bei Interesse kurz an:

  • Telefon: 038821-60736/-670060
  • E-Mail: h.kloepfel@schule-luedersdorf.de

Kontakt

Herzlich Willkommen auf den Seiten der Regionalen Schule mit Grundschule Lüdersdorf. Bei Fragen, Rückmeldungen oder organisatorischen Angelegenheiten wenden Sie sich bitte an eine der beiden Stellen:

GRUNDSCHULE
Tel.: 038821-6140
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REGIONALSCHULE
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