Umgang mit elektronischen Geräten

Aus aktuellem Anlass möchten wir über die Handynutzung und den Urheber-und Persönlichkeitsschutz sowie die Verletzung von Persönlichkeitsrechten durch (heimliche) Bild- und Tonaufnahmen und deren Veröffentlichung oder Verbreitung im schulischen Bereich informieren.

Fast alle Handys verfügen mittlerweile über multimediale Fähigkeiten, wie z.B. über eine integrierte Kamera zur Bild- oder Video-Aufnahme und über verschiedene Übertragungsmöglichkeiten, wie z.B. Bluetooth oder MMS. Daneben bietet das Internet eine bunte Vielfalt an Bildern, Texten, Videos und Musikstücken, die herunter geladen und auf das Handy übertragen werden können. Mit der Nutzung dieser „Neuen Medien“ und Kommunikationsformen kommt es zwangsläufig zu neuen Möglichkeiten, (heimlich) Bild- oder Tonaufnahmen von anderen Personen zu machen und diese zu veröffentlichen oder zu verbreiten, andere zu beleidigen, Gerüchte über sie zu streuen oder ihnen Angst zu machen. Fälle von sogenanntem „Internet-Mobbing“ bzw. „Cyber-Bullying“ häufen sich an immer mehr Schulen. Dabei sind sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrkräfte betroffen. Persönlichkeitsrechte werden immer dann verletzt, wenn beispielsweise private Bilder- oder Filmaufnahmen ohne die Zustimmung der abgebildeten Person veröffentlicht oder verbreitet werden.

Nach §201 StGB ist es strafbar, das nichtöffentlich gesprochene Wort eines anderen auf einen Tonträger aufzunehmen oder die Aufnahme zu verbreiten. Das Gesetz sieht dabei eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder eine Geldstrafe vor. Eine Schulklasse ist ein abgegrenzter Personenkreis und somit nicht öffentlich. Nach §22 Kunsturhebergesetz dürfen Bildnisse nur mit Einwilligung des Abgebildeten verbreitet oder öffentlich zur Schau gestellt werden. Wird ein Schüler oder Lehrer während des Unterrichts aufgenommen und diese Aufnahme verbreitet, so ist in aller Regel der Tatbestand verwirklicht.

Eine einmal ins Internet eingestellte Aufnahme oder ein eingestelltes Video lässt sich schnell verbreiten und kann nicht mehr zurückgeholt bzw. gelöscht werden. Um einen ungestörten Unterrichtsablauf zu sichern, ist es an unserer Schule nicht gestattet, Handys oder andere digitale Medien mit Aufnahmefunktion im Unterricht einzuschalten. Bei Verstößen werden die Handys weiterhin vorübergehend eingezogen und müssen ab dem zweiten Verstoß durch die Erziehungsberechtigten im Sekretariat abgeholt werden.

Mitteilung der Schulleitung

Bei groben Verstößen werden wir zum Schutz der Persönlichkeitsrechte von Schülern und Lehrern ab sofort ein Handyverbot an der Schule von bis zu einem halben Jahr aussprechen. Darüber hinaus haben Betroffene natürlich die Möglichkeit, zivil- oder strafrechtliche Schritte einzuleiten.
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